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Bei der Frage nach Anna Kurnikowa stockte der spanische Sänger erst mal. Ja, nach dem verdienten Sieg im Halbfinale der Europameisterschaft über Russland habe er mit seiner ebenfalls berühmten Freundin telefoniert. "War ein bisschen schwierig", gestand Enrique Iglesias, "sie hat natürlich Russland unterstützt." Und dann fügte er fröhlich grinsend an: "Da muss sie durch, da muss man gegenüber seiner Freundin mal 'ne klare Grenze ziehen."
Der 33 Jahre alte spanische Popstar erlebt gerade besondere Momente, er darf vor dem Endspiel zwischen Deutschland und Spanien morgen Abend in Wien seinen offiziellen Turniersong "Can you hear me?" singen. Aber irgendwie scheint ihn selbst der Sport mehr in den Bann zu ziehen. "Tolle Sache, ich habe Karten fürs Finale", sagte er stolz, und räumte ein: "Das Spiel gegen Deutschland macht mich nervöser als mein Auftritt vorher."
Als der Sprecher des europäischen Fußballverbandes Uefa die Fragesteller gerade freundlich dazu anhalten wollte, den Madrilenen doch ein bisschen konkreter nach seiner Musik zu fragen, wiegelte der mir wegwerfender Handbewegung ab: "Ach, kümmer' dich nicht um das Lied, hier geht's um Fußball! Ich kümmer' mich doch selbst nicht um das Lied."
In grüner Trainingsjacke und mit Basecap berichtete er begeistert, was für eine unglaubliche Erfahrung es gewesen sei, bei dem Triumph seiner Mannschaft über Russland im Ernst-Happel-Stadion sitzen zu können. "Ich war wirklich stolz, Spanier zu sein", sagte er. "Ein Traum wird mit der Finalteilnahme wahr. Wir haben zuletzt 1964 einen großen Titel geholt, und jetzt sind wir wieder im Endspiel dabei, und ich singe und sitze im Stadion. Es ist fantastisch."
Und wen sieht er als Favoriten? "Ist schwierig", sagte Iglesias, der sich gestern schon mal vorsorglich mit dem EM-Pokal in Händen ablichten ließ. "Deutschland hat immer eine starke Mannschaft. Aber wir werden unsere Chance haben. Es sind zwei tolle Länder mit zwei tollen Teams. Aber ich bin Spanier also tippe ich auf ein 2:1 oder 3:1. Denn wenn sie so stark spielen wie in der zweiten Hälfte gegen Russland, sind sie unschlagbar."
Selbst sei er kein so talentierter Fußballspieler wie sein Vater gewesen. Der berühmte Julio stand schließlich bei Real Madrid im Tor und wurde nur nicht Profi, weil ein Autounfall eine Karriere in jungen Jahren verhinderte. Enrique, der weltweit über 40 Millionen Alben verkauft hat, konnte hingegen mit seinen Ballkünsten nur in Übersee glänzen. Als Kind sei er in Spanien nur Durchschnitt gewesen. Dann aber siedelte die Familie Iglesias in die USA über. "Im Vergleich zu denen war ich im Fußball toll. Das war natürlich schön."
Zum Abschluss setzte es dann noch einen Tiefschlag für seine Lebensgefährtin. Auf die Frage, ob er dann auch Tennis schaue, sagte Iglesias: "Fußball ist der einzige Sport, bei dem ich mich vor dem Fernseher nicht langweile."
Auch da muss die Anna Kurnikowa durch.
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